Castrol-Generaldirektor Gustav Trubatsch
08.01.2010
„Solang’s Wettbewerber gibt, stehen wir im Preiskampf"

KFZ Wirtschaft: Herr Trubatsch, welche Bilanz ziehen Sie für 2009? Erstens für Castrol, zweitens für die Kfz-Branche generell.
Gustav Trubatsch: Was die Branche betrifft – im Sinne der Neuzulassungen schaut es ja oberflächlich statistisch betrachtet ganz gut aus. Inwieweit hier die Marktnachfrage mit den Zulassungen korrespondiert wird sich ja noch zeigen und vor allem inwieweit sich die Erträge aus diesem Geschäft nunmehr entwickelt haben. Bei Castrol befinden wir uns im Aftersalesmarkt und dieser ist 2009 im Durchschnitt ganz erfolgreich gelaufen.
Über weite Strecken war eine gute Auslastung gegeben, wobei natürlich wie immer die „Besseren“ die Nase vorne hatten.
Inwiefern musste sich Castrol als Premiumanbieter im Rahmen der so genannten Krise einem Preiskampf stellen?
Solange es Wettbewerber gibt, stehen wir in einem Preiskampf. Es ist unsere Aufgabe, unseren Partnern klar zu machen, warum wir für ein Premiumprodukt auch Premiumpreise verlangen und welche Vorteile für Partner und Endverbraucher durch unsere Strategie geboten werden, die für beide von Nutzen sind. Also z.B. eine gewisse Art der Profitstabilität und glaubhafte Argumente für den Endverbraucher, dass dieser auch wieder seinen Servicepartner aufsucht.
Was erwarten Sie von 2010?
Kann kaum leichter werden als 2009 - wir werden einer veränderten Arbeitsmarktsituation gegenüberstehen. Das Verhalten des Endverbrauchers gegenüber dem Automobil wird doch von einer gewissen Zurückhaltung geprägt. Die Begeisterung für das Auto wird sicherlich mit dem nächsten wirtschaftlichen Aufschwung wieder kommen, aber wahrscheinlich doch in einer etwas anderen Form als wir es bisher gewohnt waren.
Worauf muss sich der Kfz-Betrieb Ihrer Ansicht nach am meisten konzentrieren?
Auf seine Kunden, dass diese und neue in die Betriebe kommen und dass eine ordentliche Kundendienstleistung erbracht wird. Dies sowohl in kommerzieller Hinsicht, aber natürlich auch ganz besonders in der zwischenmenschlichen Beziehung, da wir nach wie vor ein „People to People“ (P2P)- Business sind.
Was bietet Castrol den Kunden, was über die klassischen Schmierstoffbelange hinaus geht?
Das wird einfach in dem Progamm Professional Offer zusammengefasst - hier geht es einerseits um Profitsteigerungsprogramme - gezielte Verkaufsförderung von Schmierstoffen, Nachfüllliter, Service und Ersatzteilen im Rahmen des Castrol Sorglospaketes und andererseit um Steigerung der Kundenzufriedenheit im Autohaus und in der Werkstätte. Darüberhinaus stellen wir SMS-Tools, Newsletters und natürlich im Rahmen der Fußball Weltmeisterschaft Gewinnspiele mit herausragenden Preisen zur Verfügung. Selbstverständlich wird auch die Aus- und Weiterbildung als unser traditionelles Schwerpunktprojekt einen noch größeren Stellenwert erhalten. Nebst den produktspezifischen Trainings bieten wir vor allem Unterstützung für die Lehrlingsausbildung wie auch ein spezielles Management-Training mit Bachelor-Abschluss und Kundendienstberater-Workshops im Rahmen der Castrol Akademie an.
Wie wird‘s in puncto Sponsoring - Motorsport, WM 2010 - weitergehen?
Wir haben - Gott sei dank - nicht den Fehler gemacht, unsere Motorsport und Fußball WM Aktivitäten im Jahr 2009 auf das existenzielle Minimum zu reduzieren, sondern sind sehr selektiv vorgegangen. Nach Außen wurden die Sparmaßnahmen, die natürlich auch uns auferlegt wurden, nicht wirklich augenscheinlich; im Gegensatz zu vielen anderen Sponsorpartner, die sich leider sehr stark von dieser Plattform zurückgezogen haben bzw. mussten. Diese Art der Verlässlichkeit, auch in schwierigen Zeiten für unsere Partner da zu sein, hat uns natürlich mehr als nur Sympathien eingebracht. 2010 wird es sowohl im Rallyesport im Rahmen den Weltmeisterschaft mit Ford, im internationalen Tourenwagenmotorsport mit BMW, im Zweiradmotorsport mit Honda und natürlich mit vielen anderen Marken weitergehen. Darüberhinaus gibt es auch das Fußball-Highlight mit dem World Cup in Südafrika und Castrol als Hauptsponsor.
Wohin wird sich der Kfz-Betrieb hinentwickeln bzw. hinentwickeln müssen?
Zu einem Kompetenzzentrum für die Mobilität, wo sich der Kunde im Rahmen einer gepflegten Betreuung immer wieder gerne einfindet - dies sollte eine Zielrichtung sein. Service- und Dienstleistungsbereitschaft aber auch qualitativ hochwertige Reparaturarbeiten definieren den Qualitätsstandard, den der Kfz-Betrieb zu erbringen hat, um sich von der breiten Masse abzuheben und heraus zu ragen.
Was wollen Sie persönlich als Generaldirektor noch erreichen? Wie sieht Ihre Lebensplanung aus?
40 Jahre mit Castrol und ein ordentliches Haus hinterlassen, damit wäre meine Zielsetzung erreicht.

KFZ-WIRTSCHAFT
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