08.01.2010
Bequemlichkeit ist keine Option. Glück schon.

Viele Anstrengungen seien notwendig, viel Schweiß, Kreativität und gute Ideen. Und: „Comfort is not an option“. Bequemlichkeit ist keine Option. Es sich gemütlich zu machen, das geht gar nicht. Sich auf Lorbeeren auszuruhen, ist das Letzte, was wir brauchen können.
Das gilt auch für unsere Branche.
Der Fahrzeughandel hat mit gut 315.000 Neuzulassungen 2009 das beste Ergebnis seit Langem erreicht. Auch dank der Öko-Prämie, die nicht nur - wie‘s immer heißt - für volle Schauräume in den Autohäusern gesorgt hat, sondern auch für Kaufabschlüsse, wie die Neuzulassungszahlen zeigen. Und generell dafür, dass es schick, umweltfreundlich und energiesparsam ist, sich für ein neues Fahrzeug zu entscheiden und das alte, stinkende, durstige zu verschrotten.
Heuer werden wir diese Traumzahlen zweifellos nicht mehr erreichen. Die Öko-Prämie ist futsch, und einige wenige so genannte Vorziehkäufe hat‘s natürlich gegeben. Dennoch: rund 850.000 Fahrzeuge sind, gemäß den Angaben von Eurotax, älter als 13 Jahre. Das heißt, wir haben immer noch großes Potenzial in puncto Erneuerungsbedarf des Fahrzeugbestands.
Für das Kfz-Gewerbe ist das vergangene Jahr ebenfalls passabel gelaufen. Die Werkstätten waren im Wesentlichen gut ausgelastet und konnten sich über volle Auftragsbücher freuen.
Das heurige Jahr wird laut Wirtschaftsforschungsinstitut das Jahr der Arbeitslosigkeit werden. Wir bewegen uns auf die horrende Zahl von 400.000 zu. Die Arbeitslosigkeit wird heuer beim Endkonsumenten ankommen. Sprich: er wird weniger Geld im Börsel haben, jeden Euro zweimal umdrehen und sparen, wo‘s geht. Auch am Automobil. Er wird sich weniger oft ein neues Auto kaufen und die Reparatur seines alten so lang als möglich aufschieben. Sowohl Kfz-Handel als auch Gewerbe werden heuer die verminderte Kaufkraft spüren.
Bequemlichkeit ist keine Option. Unablässiges Engagement ist notwendig. Weiterbildung und ein stetes Auf-dem-Laufenden-Bleiben. Kundenorientierung, Kosteneffizienz. Und Neugier für Neues. Ein Durchlüften ist angebracht, ein Wegschmeißen von überkommenen Schemata. Ein „das haben wir immer so gemacht“ darf es einfach nicht mehr geben.
Glück ist eine Option. Das Glück des Tüchtigen. Und das Glück, das in Form von Glückshormonen nach Blut, Schweiß und Tränen ausgeschüttet wird, weil man sich nach bestem Wissen und Gewissen angestrengt hat. Und Glück wird zumeist eben dem Tüchtigen, Neugierigen, Kreativen, Gewissenhaften, Kundenorientierten zuteil. Zufällig ist das nicht.
2010 wird schwierig. Das ist auch ein eindeutiger Auftrag an die Interessenvertretungen. Die de facto nur die eine Aufgabe haben: ihre Mitglieder zu unterstützen. Dafür sind sie gewählt. Es geht nicht darum, wer welche Position erreicht, wer Bundesgremialobmann oder Bundesinnungsmeister wird, wer Landeschef eines Gremiums oder einer Innung wird. Es geht nicht um persönliche Befindlichkeiten und schon gar nicht um Eitelkeiten. Das ist völlig uninteressant und kratzt die Mitglieder, die Betriebe, die zum Teil ums Überleben kämpfen, zu Recht überhaupt nicht. Die Interessenvertretungen haben die Pflicht, ihren Mitgliedern zur Seite zu stehen, sie zu unterstützen und sie mit essenziellen Infos zu versorgen. Wer auch immer im Zuge der Kammerwahlen im Frühjahr dazu auserkoren wird, zum Wohl der Betriebe zu arbeiten: es wird viel Schweiß, Kreativität und gute Ideen brauchen. Und Bequemlichkeit ist keine Option. Glück schon.
w.bauer@wirtschaftsverlag.at

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