Steirische Frächter tagten in der Therme
16.07.2010
Keine Zeit zum Relaxen . . .
. . . gönnt sich Steiermarks Obmann Albert Moder, auch wenn er zur diesjährigen Fachgruppentagung in die neue Grimming Therme in Bad Mitterndorf lud. Dass seine steten Bemühungen Früchte tragen, zeigte u.a. die Anwesenheit von Wirtschaftslandesrat Dr. Christian Buchmann, der dem Gewerbe bereits mehr als 100.000,- Euro für die Qualifizierung der Lenker bereitgestellt hat und zur Tagung weitere 20.000,- in Aussicht stellte.

Durchwegs positive Signale also, die man da aus der Steiermark vernehmen kann. Das Fachgruppen-Team um den Scheiflinger Unternehmer Moder konnte sich in den letzten Jahren in viel politischer Kleinarbeit ein entsprechendes Gehör bei der Politik verschaffen. Nicht alles gelingt, doch mit Wirtschaftslandesrat Buchmann konnte man einen aktiven Fürsprecher des Gewerbes gewinnen. „Ich und viele mit mir wissen schon was wir an ihnen haben", brach er zur Tagung eine Lanze für die Güterbeförderer, die sich jüngst besonders im Umkreis des Veranstaltungsortes, dem Ausseer Land, harscher Kritik ausgesetzt sahen. „Die Probleme, die sie bewegen, stehen bei uns sehr wohl auf der Agenda", so Buchmann, „nur sind diese halt nicht so einfach zu lösen." Ehrliche Worte, die man so nicht immer von der Politik zu hören bekommt. „Ich wage auch zu bezweifeln, dass es für ihr Gewerbe in nächster Zeit Erleichterungen geben wird, aber wir werden uns dafür einsetzen, dass es nicht noch schlechter wird", gab sich der Wirtschafts- und Finanzlandesrat vor den rund 200 Tagungsteilnehmern auch keinen Illusionen hin. Tatsächlich gibt es auch keine Gründe dafür: In den letzten 20 Monaten habe man im Zuge der Wirtschaftskrise in der Steiermark 15.000 Arbeitsplätze verloren, die Exporte gingen um 30 Prozent zurück. „Ich bin zurzeit durchaus optimistisch, aber ein Großteil davon ist unwiederbringlich – es wird etliche Jahre dauern wieder auf das Niveau aus dem Jahr 2008 zu kommen", so Buchmann.
Vom Frächter zum Hightech-Betrieb
In diesem Zusammenhang sei die finanzielle Unterstützung des Buchmann-Ressorts für die steirischen Transporteure (wir berichteten) umso höher zu bewerten, merkten Spartenobmann Franz Glanz und Fachgruppenobmann Albert Moder unisono an. „Kein Grund zur Verzweiflung – wir alle arbeiten daran, die Rahmenbedingungen weiter zu verbessern", sprach Glanz seinen Kollegen Mut zu. Entscheidend dabei sei es für jeden einzelnen, seine Leistungen entsprechend zu verkaufen, untermauerte Moder. „Das Thema Transport wird einerseits immer sensibler, andererseits immer mehr schlecht geredet – der Frächter ist aufgrund der Vielzahl an Gesetzen, Verordnungen aber auch aufgrund technischer Entwicklungen, wie z.B. dem Digitaltacho, zu einem Hightech-Betrieb geworden. Dementsprechend müssen wir unseren Hightech-Betrieb aber auch verkaufen", versuchte er die anwesenden Kollegen zu mehr Kostenwahrheit zu ermutigen. Nicht vor Angst vor ausländischer Konkurrenz zu erstarren, sondern selbst in die Offensive zu gehen, ist sein Ratschlag. Wohl wissend dass die Rahmenbedingungen keine einfachen sind.
Unterstützend soll hier eine Branchenanalyse wirken, für die Landesrat Buchmann noch einmal 20.000,- Euro zur Verfügung stellt. Zehn steirische Transportunternehmen werden dazu analysiert und im Anschluss ein Handlungsleitfaden für die gesamte Branche erstellt. „Anhand dieser Studie wollen wir die Stärken und Schwächen der steirischen Frächter analysieren – als Ergebnis daraus sollen Perspektiven für unsere Mitglieder entstehen, gepaart mit einer geeigneten Positionierung am Markt", erläuterte Fachgruppengeschäftsführer Oliver Käfer.
Infrastrukturprojekte durchziehen!
Was die Positionierung des österreichischen Güterbeförderungsgewerbes in der breiten Öffentlichkeit anbelangt, ist man bereits auf dem richtigen Weg. Das konnte Fachverbandsobmann Wolfgang Herzer im Zusammenspiel mit LogCom-Präsident Niki Glisic den steirischen Frächtern vermitteln. Herzer zeigte die weitere Vorgangsweise im Zuge der großen Werbe- und Imagekampagne auf und sieht für das Gewerbe durchaus einen Silberstreif am Horizont: „Wir reden zwar noch nicht von Aufschwung, aber die Nachfrage nach Laderaum steigt wieder und wirkt sich auch ein wenig auf den Preis aus." Auch wenn dieser bei weitem noch nicht dort sei, wo das Gewerbe ihn brauchen würde, merkte Herzer an. Der Nahverkehr komme dafür jetzt auftragsbezogen stärker unter Druck, in diesem Zusammenhang warnte der Fachverbandsobmann davor, Infrastrukturprojekte auf die lange Bank zu schieben bzw. ganz aus der Planung zu nehmen. In die selbe Kerbe schlug Dr. Hella Ranner, Abgeordnete zum Europäischen Parlament und Verkehrssprecherin des ÖVP-Europaklubs. Es sei kontraproduktiv, gerade jetzt laufende Projekte in Frage zu stellen. Speziell der Hauptbahnhof Wien sowie der Semmering- und Koralmtunnel könnten aufgrund ihrer Lage innerhalb der Baltisch-Adriatischen Achse EU-Förderungen erwarten. Ein wesentlicher Punkt ihrer Bemühungen im EU-Parlament sei die Harmonisierung der Umsetzung der Lenk- und Ruhezeiten und der Regelungen zum Tachografen, stellte sie ihren Tätigkeitsbereich vor. „Es ist unwitzig, wenn gleiche Verstöße quer durch Europa unterschiedlich behandelt werden", brachte sie in der Grimming Therme auf den Punkt. Verbesserungen seien zwar nicht von heute auf morgen zu erwarten, aber Vorschläge längst eingebracht, „um Unternehmen mehr Rechtssicherheit zu bieten", so Ranner.
Es gibt also genug zu tun – auf europäischer wie auf steirischer Ebene. Und von Relaxen ist weiterhin keine Rede, auch wenn die Grimming Therme nicht nur den steirischen Unternehmern alle Möglichkeiten dazu bietet.

STRASSENGÜTERVERKEHR
Werbung

allesdigital.at
Der österreichische Wirtschaftsverlag gibt ab sofort das Consumermagazin für Unterhaltungs-elektronik allesdigital.at heraus und übernimmt das dazu gehörige Webportal allesdigital.at
mehr lesen |
Werbung


Drucken
Empfehlen
Kommentieren
Share
Kommentar schreiben



